Zanderangeln: 5 Tipps für einen guten Fang

Der Zander gehört zur Familie der echten Barsche und ist ein Süßwasserfisch. Schon an seinem Körperbau ist erkennbar, dass es sich bei ihm um einen Raubfisch handelt. Sein Zuhause sind langsam fließende Flüsse, Seen und Haffe. Zander kann bis zu 17 Jahre alt werden und eine Größe von über einem Meter sowie ein Gewicht von bis zu 20 Kilogramm erreichen. Er zählt zu den überaus vorsichtigen und intelligenten Fischen, sodass es für Angler eine Herausforderung ist, diesen nachtaktiven Fisch zu überlisten. Zanderangeln ist die Königsdisziplin unter den Angeltechniken und verlangt dem Angelsportler eine große Portion Disziplin und Geduld ab. Der Erfolg stellt sich beim Angeln dieses Fisches nur mit der richtigen Methode und bei völliger Stille ein. Schon lautes Husten oder Niesen genügen, um den Zander nicht mehr „beißen“ zu lassen. Nachfolgend nun fünf Tipps, wie der Zanderfreund mit etwas Glück seinen Fisch an den Haken bekommt.

Standorte und beste Tageszeit zum Angeln auf Zander

Um Erfolg beim Zanderangeln zu haben, spielt auch der Angelplatz eine wichtige Rolle, da beim Ansitzangeln nur ein kleiner Bereich befischt wird. Da ist es wichtig, dass sich in diesem Bereich auch Zander befinden. Meist halten sich die Fische an stark abfallenden Kanten, Unterwasserplateaus und Unterwassergräben auf. Also Bereiche, die im Gewässer auffallen, wie kleine Inseln oder Geröllansammlungen. Auch Gewässer, die von der normalen Form abweichen, wie Wassereinläufe, ziehen die Zander an. An derartigen Stellen sollte der Angler sein Domizil aufschlagen. Natürlich bringt das Angeln am Tage nicht viel, da der Zander ein nachtaktiver Fisch ist. Wesentlich bessere Chancen auf Erfolg hat der Angelfreund in den Abendstunden und in der Dämmerung. Empfehlenswert ist jedoch in den Abendstunden und in der Dämmerung das Spinnfischen, um einen Zander zu bekommen. Auch nachts kann das Ansitzangeln von einem Zanderbiss gekrönt werden.

Angeln auf Zander – die Köder

Da der Zander ein Raubfisch, aber auch Aasfresser ist, geht er gern auf Fischköder. Dabei muss beachtet werden, dass in Deutschland nicht mit lebenden Köderfischen geangelt werden darf. Als Köder kommen Fischfetzen und tote schlanke Köderfische, wie Rotaugen, kleine Barsche oder Rotfedern, infrage. Eine Länge von acht bis zehn Zentimetern ist optimal. Aber auch Fischfilets, das Schwanzstück der Rotfeder und Fischhälften können erfolgreich als Köder eingesetzt werden. Für Köderfische sollten die auf natürliche Weise im Angelsee vorkommenden Fischarten genutzt werden. Sehr gut erwiesen beim Zander angeln haben sich auch Gummifische, die in diversen Ausführungen erhältlich sind. Beispielsweise der Zander Shad, Attraktor, der 15 Zentimeter Renosky Barsch, laminierte und 22 Zentimeter lange Gummifische.

Zanderangeln auf Grund und mit Pose – Montage

Beim Angeln von Zander auf Grund, wird der Köderfisch am Grund des Gewässers angeboten. Die Montage sollte sehr einfach aufgebaut werden, da die Teile an der Montage den Zander animieren könnten, vom Köder zu lassen. Optimal ist es, wenn beim Zanderangeln ein Wirbel und ein Ryderhaken mit Monofilvorfach von 0,20 bis 0,27 Millimetern verwendet werden. Der Fisch kann in Ruhe abziehen, da er beim Biss wenig Widerstand spürt. Will man noch weitere Würfe durchführen, ist ein Laufblei auf der Hauptschnur zu montieren. Gewährleistet sollte aber sein, dass das Blei auf der Schnur sehr leicht läuft, da der Zander schon beim kleinsten Rucken von dem Köder ablässt oder ihn ausspuckt. Generell sollte darauf geachtet werden, dass nur kleine Bleie und Wirbel verwendet werden. Auch die Montage sollte sehr fein ausgelegt sein.

Bei der Angeltechnik mit Pose befindet sich der Köder circa einen halben bis einen Meter über den Gewässergrund. Besonders beim Nachtangeln auf Zander ist dies empfehlenswert. Die Montage ist hierbei ufernah zu positionieren. Außerdem ist darauf zu achten, dass die Pose klein und schlank ist. Bei eventuellem Biss des Zanders spürt dieser wenig Widerstand. Verursacht die Pose zu viel Widerstand, schöpft der Fisch bei einem Biss Verdacht.

Angeln auf Zander – Bissanzeiger, Biss und Drill

Optische Bissanzeiger, wie die Pose oder auch ein Stück Styropor, das an der Hauptschnur befestigt wird, wird bei den Anglern gegenüber den elektronischen und akustischen Bissanzeigern der Vorrang gegeben. Es wird vermutet, dass der während des Abrollens der Schnur erzeugte Ton durch Übertragung desselben über die Schur in das Wasser vom Zander bemerkt wird. Schöpft er dadurch Verdacht, besteht die Möglichkeit, dass er den Köder ausspuckt. Auch hier ist ein optischer Bissanzeiger, wie die Pose, geeigneter.

Wackelt die Pose oder das Stück Styropor, lässt dies auf das Stupsen des Zanders an den Köderfisch schließen. Diese besondere Art mit seinem Köderfisch umzugehen, ist für den Zander charakteristisch. Erst danach erfolgt der Biss, und er verschwindet mit dem Köderfisch im Maul zum Fressen circa 50 Meter in ein Versteck. Der Angler darf sich jedoch jetzt noch nicht verleiten lassen und schon den Drill zu setzen. Das ist unbedingt zu vermeiden. Zieht der Fisch nach ungefähr 20 bis 50 Sekunden erneut Schnur, ist ein kräftiger Anschlag durch den Angler zu setzen und den Drill aufzunehmen.

Zanderangeln – Besonderheiten

Wenn der Angler bedenkt, dass der Zander ein extrem vorsichtiger und zudem noch scheuer Fisch ist, sollte am Ufer Ruhe herrschen. Auch Bewegungen am Ufer nimmt der sensible Zander wahr. Hier können Tarnkleidung, wetterfeste Kleidung aus der Bundeswehrausrüstung und ein Zelt, das sich in die Umgebung einfügt, helfen. Nicht zu verwenden sind offenes Licht, Stirnlampen und Taschenlampen. Da rotes Licht vom Zander so gut wie gar nicht wahrgenommen wird, ist rotes Licht ratsam.

Auf Zander mit Köderfisch zu angeln, das ist nicht nur Spannung und Spaß, sondern auch eine gehörige Portion Adrenalin. Es ist zwar eine echte Herausforderung, aber für Liebhaber des Angelsports ist es eine Verpflichtung, die Königsdisziplin „Zanderangeln“ zu absolvieren. Werden die gegebenen Tipps berücksichtigt, sollten diese dazu beitragen, dass das Angeln in den Abend- und Morgenstunden zum Erfolg führt, der durch einen passablen Zander gekrönt ist.

Foto: © kulikovv – Fotolia.com

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