Aal

Der Aal – wenig Sehkraft gepaart mit einem überdurchschnittlich ausgeprägten Geruchssinn

Allgemeine Charakteristika

AalBei einem Aal handelt es sich um einen Fisch, der optisch an eine Schlange erinnert, und über Brust-, jedoch nicht über Bauchflossen verfügt. Ein Aal-Weibchen wird durchschnittlich zwischen 60 cm bis 1,30 m lang und circa sechs Kilogramm schwer. Die Männchen sind ausgewachsen mit einer Größe von maximal 60 bis 65 cm deutlich kleiner.

Heimat

Der Aal lebt in europäischen Süßwasser-Gewässern, hat es jedoch auch geschafft, sich in den Bereichen niederzulassen, wo die Donau ins Schwarze Meer fließt und fühlt sich mittlerweile auch in der Nord- und Ostsee heimisch. Die Ausbreitung in den entsprechenden Gebieten erfolgte sowohl natürlich als auch durch Besatz.

Nahrung

Dort, wo sich der Aal niederlassen konnte, verfügt er in der Regel über ein ausreichend abwechslungsreiches Nahrungsangebot. Er ernährt sich als Raubfisch unter anderem von verschiedenen Würmern, Wasserinsekten und unterschiedlichen Arten an Fischen.

Körperliche Eigenschaften

Ein Aal verfügt über verschieden gut ausgeprägte Sinnesleistungen. Vor allem sein Gesichtssinn ist in diesem Zusammenhang als „unterdurchschnittlich“ einzustufen. So sind die Tiere ausschließlich dazu in der Lage in schwarz/weiß und sehr unscharf zu sehen. Im Gegensatz zu diesem Defizit im optischen Bereich verfügen die Aale über einen sehr guten Geschmacks- und Geruchssinn. Futter kann damit auch aus größerer Entfernung sicher erkannt werden. Studien belegen sogar, dass ein Aal besser riechen kann als viele Hunde. Ihr Körper ist zudem in der Lage, auch leichte Strömungen hervorragend wahrzunehmen.

Paarungsverhalten

Das Paarungsverhalten der Aale stellte in der Vergangenheit einen großen Bereich der Forschung dar. So gilt es als erwiesen, dass die Tiere im Herbst in Richtung Meer schwimmen bzw. mit der Strömung dorthin treiben lassen. Sie legen damit eine sehr weite Strecke zurück, bevor sie schließlich im Meer, in der Sargasso See, laichen. Hier haben Wissenschaftler die jüngsten, je entdeckten Larven gefunden. Laichende Aale konnten hier jedoch nie dokumentiert werden. Alles spricht daher dafür, dass es sich hierbei um den allgemeinen Laichort handelt und sich die Aale in einer Tiefe von circa 500 Metern fortpflanzen. Nach dem Laichen sterben die Aale, nachdem sich auf der langen Reise an diesen Ort das Verdauungssystem zurückgebildet hat und sich die Geschlechtsorgane auf die Fortpflanzung vorbereitet haben.

Nach dem Schlüpfen…

Die Form der frischgeschlüpften Aale erinnert weniger an eine Schlange als an ein Blatt. Es dauert durchschnittlich drei Jahre bis es die jungen Tiere geschafft haben, ihren Weg in die jeweiligen Gewässer zurückzulegen. Dann, wenn die Aale „zuhause“ bzw. an der Küste angekommen sind, nehmen sie innerhalb kürzester Zeit ihre bekannte Form an, sind jedoch noch durchsichtig und werden daher als „Glasaale“ bezeichnet. Vor allem die Tiere, die sich auf ihrer Reise dazu entschließen, in die Flüsse einzuschwimmen, charakterisieren sich durch einen großen Bewegungsdrang. So ist es ihnen beispielsweise auch problemlos möglich, gegen extrem starke Strömungen zu schwimmen.

Gefahren und ein schwindender Bestand

Der Aal ist im Laufe der letzten Jahre zu einem der beliebtesten Speisefische geworden. Demzufolge wurden viele Gewässer mit ihm besetzt. Dennoch ist der Aalbestand deutlich zurückgegangen. Dies liegt unter anderem vor allem am Export von Aalen nach Fernost, der Gewässerverschmutzung und der Verbauung. Versuche, Aale zu züchten, schlugen in der Vergangenheit fehl. Schuld am Misserfolg ist hier vor allem die Tatsache, dass noch unbekannt ist, wovon sich die Aallarven ernähren. Eine Alternative zur Züchtung stellt, besonders in der japanischen und chinesischen Kultur, die Mästung der Tiere dar. Um einer weiteren negativen Entwicklung in diesem Zusammenhang vorzubeugen, wird verstärkt über einschlägige Gesetze und schärfere Kontrollen diskutiert.

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