Angeln in Deutschland – Rechtliches

Das Angeln ist in Deutschland bei Jung und Alt zu einem beliebten Hobby geworden, die Anzahl der Petri Jünger steigt stetig an. Angeln in einer reizvollen Landschaftskulisse ganz abseits von Hektik und Stress macht nicht nur Spaß, sondern wirkt auch beruhigend und dient dem Kennenlernen von künstlichen oder natürlichen Biotopen, Seen und anderen Gewässern. Angelvereine in Deutschland mussten zwar in den letzten Jahrzehnten einen deutlichen Mitgliederschwund hinnehmen, doch diese Zeiten sind nun vorbei, denn die Kombination von Naturgenuss mit Erfolg beim Fang von Fischen ist für Heranwachsende, Jugendliche und auch Kinder inzwischen eine große Motivation für Vereinsarbeit. Doch viele, die sich für den Angelsport interessieren, sind sich über die rechtliche Tragweite mit den geltenden Vorschriften und Gesetzen zum Angeln gar nicht bewusst.

Das Angelrecht ist Sache der einzelnen Bundesländer

Einige dieser Verordnungen sind auch länderspezifisch und gelten deshalb nur im jeweiligen Bundesland. Bevor geangelt wird, sollte sich jeder Angler, ob groß oder klein, mit den jeweils geltenden Vorschriften zum Angelsport in seinem Bundesland vertraut machen. Es gilt hier der rechtliche Grundsatz, dass Unwissenheit nicht vor Strafe schützt. Denn wer beim Schwarzangeln erwischt wird, muss mit empfindlichen Bußgeldern rechnen. Das Angeln ist in der Bundesrepublik Deutschland erlaubnispflichtig, grundsätzlich gilt also, dass für jedermann, der angeln möchte, eine Genehmigung erforderlich ist. Ohne den sogenannten Angelschein darf der beliebte Angelsport in Deutschland nicht ausgeübt werden. Um dieses wichtige Dokument von der jeweiligen kommunalen Aufsichtsbehörde zu erhalten, muss sogar eine Prüfung abgelegt werden.

Auch Kinder können bereits die Fischerprüfung ablegen

Spezielle Kurse der Angelvereine aber auch andere Institutionen bereiten auf diese sogenannte Fischerprüfung vor. Der Zugang zur Angelerlaubnis ist in Deutschland nicht bundeseinheitlich geregelt. In den meisten Bundesländern ist ein Mindestalter von 14 Jahren erforderlich, in einigen Regionen Deutschlands, beispielsweise im Bundesland Sachsen-Anhalt, wurde das Mindestalter zum Ablegen der Fischereiprüfung auf das Lebensalter von 8 Jahren abgesenkt. Die diesbezüglichen Prüfungen gleichen allerdings nicht denen für Erwachsene, sondern wurden entsprechend kindgerecht aufbereitet. Alle wichtigen Voraussetzungen müssen in jedem Fall geklärt sein, bevor überhaupt geangelt werden darf. Bestehen diesbezüglich irgendwelche Unklarheiten, dann erteilen sowohl die örtlichen Angelsportvereine als auch die zuständigen Fischereibehörden gerne auch Auskunft zu einzelnen Fragen.

Ein umfangreicher Lehrgang bereitet auf die Fischerprüfung vor

Sobald also in Deutschland eine Angelroute in die Hand genommen und der Köder ins Wasser eingeworfen wird, muss zuvor eine Angelerlaubnis erteilt worden sein. Um die Erlaubnis zu erlangen, ist ein gewisser zeitlicher Vorlauf erforderlich. Zunächst findet über mehrere Tage ein Lehrkurs statt, über 30 Stunden werden dort die Grundlagen für waidgerechtes Angeln von Lehrkräften im Präsenzunterricht vermittelt. Inhalte sind nicht nur Fischkunde und das Angeln selbst, sondern auch ein umfangreicher Einblick in die jeweils geltenden rechtlichen Grundlagen. Außerdem stehen Geräte- und Gewässerkunde auf dem Lehrplan. Es besteht eine Anwesenheitspflicht, die auch durch Unterschrift der Teilnehmer zu dokumentieren ist. Nur die bloße Anwesenheit bei einer solchen Lehrveranstaltung reicht nicht aus, denn im Anschluss muss sich der Teilnehmer einer umfangreichen Prüfung unterziehen.

Nur wer deutlich mehr als die Hälfte der Fragen richtig beantwortet, besteht

Je nach Bundesland kann diese Fischerprüfung aus mündlichen und schriftlichen Elementen bestehen, in der Regel sind bis zu 60 schriftliche Fragen zu beantworten. Dabei kann es sich um Fragen handeln, die in freier Formulierung beantwortet werden können, aber auch um sogenannten Multiple Choice Fragen, unter mehreren vorgegebenen Antwortmöglichkeiten ist dann die jeweils richtige Antwort auszuwählen. Alle Fragen müssen innerhalb eines bestimmten vom Prüfer vorgegebenen Zeitrahmens beantwortet werden. Zum Bestehen der Fischerprüfung ist es in der Regel ausreichend, wenn mindestens 60 % der Fragen richtig beantwortet wurden. In einigen Bundesländern muss zudem vor der Anmeldung zum Unterricht ein mehrwöchiges Praktikum bei einem Angelsportverein absolviert werden. Auch dafür wird dem Praktikant vom Angelsportverein eine Bescheinigung ausgestellt.

Die Fischereiabgabe kann erhebliche Zusatzkosten verursachen

Während dieses Praktikum meist keine Kosten verursacht, ist die Teilnahme am Unterricht sowie die Zulassung zur Prüfung gebührenpflichtig. Auch das Ausstellen des Fischereischeins durch die zuständige untere Verwaltungsbehörde ist kostenpflichtig. Je nach Bundesland ist also mit Gesamtkosten von bis zu 200 € zu rechnen. Darüber hinaus wird auch eine sogenannte Fischereiabgabe fällig, außerdem bieten einige Bundesländer auch das zeitlich befristete Ausstellen, beispielsweise für einen Zeitraum von fünf Jahren, an. Doch auch wer seine Angelerlaubnis endlich in Händen hält, muss auch weiterhin mit Kosten und Gebühren rechnen.

Eine hochwertige Angelausrüstung kostet schnell mehrere 100 €

Selbstverständlich verursacht die Anschaffung des eigenen Equipments bereits erhebliche Zusatzkosten. In der Bundesrepublik Deutschland gibt es keine sogenannten freien Gewässer. Die Gewässer sind also entweder in privater oder staatlicher Hand. Jedes Mal, wenn an einem bestimmten Gewässer geangelt werden soll, fallen zusätzliche Gebühren, beispielsweise in Form eines Tagesangelscheines, an. Die amtliche Erlaubnis zum Angeln ist aber in jedem Fall immer mitzuführen und auf Verlangen vorzuzeigen. Wer häufig angelt, kann durch den Beitritt in einen Angelverein erhebliche Kosten sparen, denn die Vereinsgewässer können von den Mitgliedern in der Regel kostenfrei beangelt werden.

Nach einem Umzug ist der eigene Fischereischein vielleicht gar nicht mehr gültig

Die Mitgliedsbeiträge für einen Angelsportvereine sind ebenfalls nicht einheitlich und können erheblich voneinander abweichen. Wer in ein anderes Bundesland umzieht, muss sich gegebenenfalls bei der zuständigen Vor-Ort-Behörde erkundigen, ob die eigene Angelerlaubnis überhaupt noch gültig ist oder sogar umgeschrieben werden muss, was wiederum Verwaltungsgebühren verursacht. Das Bundesland Berlin erkennt beispielsweise Angelerlaubnisse aus anderen Bundesländern überhaupt nicht an und verlangt daher sogar den Erwerb des sogenannten Fischereischeins Format A. Um Missverständnissen oder gar Bußgeldern vorzubeugen, ist es deshalb immer sinnvoll, sich am neuen Wohnort vorab nach den dort geltenden Regelungen bei einem örtlichen Angelverein oder der Fischereibehörde zu erkundigen.

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