Angeln an der Müritz

Annähernd 80 verschiedene Angelgewässer mit einer Gesamtfläche von ca. 30.000 Hektar finden Fischfreunde rund um den mit gut 112 km² Fläche größten innerdeutschen See im 1990 gegründeten Müritz-Nationalpark als größtem terrestrischen Nationalpark in Deutschland. Alleine an der Müritz stehen gut 11.700 Hektar Fläche für „Petri Heil“ zur Verfügung, die hier zu erwartenden Hauptfische sind Aal, Barsch, Hecht, Weißfisch und Zander.

Die Müritz ist das ideale Angelgewässer zwischen Hamburg und Berlin

Praktischerweise kann man all diese Gewässer mit nur einer Angelkarte nutzen, erhältlich ist das Dokument auf den regionalen Fischerhöfen in Waren (Müritz), Plau am See, Krakow am See, Eldenburg, Damerow, Röbel/Müritz, Vipperow, Bolter Schleuse und Neubrandenburg. Man kann die Angelkarte sowie den zeitlich befristeten Fischereischein (Touristenfischereischein) für das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern darüber hinaus auch auf vielen Campingplätzen, Angelgeschäften und bei Touristinformationen in der Region erwerben. Der Touristenfischereischein ist vorrangig für Angelurlauber gedacht, ist bis zu 28 Tage gültig und kostet seit dem 1.1.2014 pro Person (Mindestalter 14 Jahre) bei der Erstausstellung 24 Euro. Der Schein kann im laufenden Kalenderjahr mehrfach verlängert werden, Verlängerungen kosten jeweils 13 Euro.

Der gewissenhafte Angler achtet und respektiert Mindestmaße und Schonzeiten

Natürlich sollten Urlaubsangler an der Müritz und den umliegenden Seen auch mit den entsprechenden lokalen und regionalen Einschränkungen, Mindestmaßen, Schonzeiten und Schonbezirken sowie den gesetzlichen Bestimmungen zum Angeln vertraut sein. Wissenswertes hierzu erfahren Angler online im Wassergesetz Mecklenburg-Vorpommern, im Fischereigesetz Mecklenburg-Vorpommern sowie in der Binnenfischereiverordnung Mecklenburg-Vorpommern.

Detaillierte Bestimmungen gibt es an der Müritz auch für die einzelnen Fischarten. So gilt etwa für Karpfen ein Entnahmefenster vom Mindestmaß 40 cm bis zum Höchstmaß zur Laichfischschonung 65 cm. Für Hechte auf der Müritz, dem Fleesensee, dem Kölpinsee, dem Jabelschen See dem Plauer See und dem Tollensesee betragen die jeweiligen Maße bezüglich des Entnahmefensters 60 cm bzw. 90 cm. Die Schonzeiten für die Große Maräne (Mindestmaße: 30 cm) liegen zwischen dem 1.10 und dem 31.12., für die Quappe (30 cm) zwischen dem 1.1. und dem 15.2., für den Wels (70 cm) zwischen dem 1.5. und 30.6., für den Zander zwischen (55 cm) dem 1.4. und 15.6. und für den Aal (55 cm) zwischen dem 1.12. und dem 28.2., für den Hecht gibt es keine Schonzeit.

An manchen Stellen auf und an der Müritz herrscht phasenweise Angelverbot

Waren an der MüritzDarüber hinaus gilt es beim Angeln im Urlaub auch auf die Einschränkungen bei den lokalen Schonbezirken zu achten. So muss von der Straßenbrücke Vipperow ein Abstand von 200 Metern im gesamten Umkreis eingehalten werden. Nachts ist zwischen 20.00 Uhr und 9.00 Uhr von der Drehbrücke Malchow ein Abstand von jeweils 100 Metern beidseitig der Wasserstraße einzuhalten. Zwischen dem 15. März und dem 15. Juli ist an und in der Wünnow bei Röbel jegliches Angeln verboten. Der Beginn des Schonbezirkes befindet sich am Bootschuppen Nummer 4745. Zwischen dem 15. März und dem 31. August ist im Stadthafen von Röbel das Angeln im Bereich der Anleger der Seeschifffahrt am Ufer auf der linken und dem Fischverkaufsboot auf der rechten Seite verboten. Zwischen dem 1. April und dem 15. Juni ist im Müritzarm von der Straßenbrücke Vipperow bis zum Hafen Buchholz, auf dem Thürensee, dem Tralower See und am Langen Ort das Schlepp- und Driftangeln sowie der Einsatz von Kunstködern untersagt. Am bzw. auf dem Torgelower See ist das Angeln ausschließlich auf Raubfische gestattet, außerdem sind keine Naturköder mit den Ausnahmen Köderfische und Fischfetzen erlaubt.

Mit dem Boot macht man auf der Müritz in der Regel die besseren Fänge

Wer statt nur an den teils schwer zugänglichen und/oder geschützten Ufern der Müritz auch mit dem Boot dort angeln möchte, benötigt zusätzlich zum Angelschein die Karte für das Bootsangeln, welche auch das Schlepp- und Driftangeln erlaubt. Boote ausleihen kann man bei den meisten weiter oben bereits genannten Fischhöfen, allerdings muss in den Flachwasserzonen ein Mindestabstand von 500 Meter zum Nationalpark am Ostufer der Müritz sowie zum Naturschutzgebiet zwischen Röbel und Ludorf bei den Halbinseln Steinhorn und Großer Schwerin eingehalten werden. Doch auch mitten in der Müritz gibt es zahlreiche Sandbänke und Kanten, die sich teilweise auf bis zu 1,5 Meter unter die Wasseroberfläche erheben und die einen idealen Lebensraum für Aale, Barsche, Hechte und Zander bilden. Generell werden die guten und großen Barsch- und Hechtbestände in der Müritz von vielen Anglern immer wieder lobend erwähnt, Barsche mit Längen über 40 cm und Meterhechte sind hier keine Seltenheit.

Das Wetter kann auf der Müritz schnell und unerwartet recht ungemütlich werden

Grundsätzlich empfiehlt es sich, bei der Suche nach guten Angelstellen den Rat von einheimischen Anglern und Fischern einzuholen. Ebenfalls hilfreich ist die Beobachtung der Möwenscharen auf dem See, welche zumeist nach Weißfisch jagen, der ja wiederum auch die Beute für den Raubfisch ist. Speziell für den Hechtfang auf der Müritz bietet sich auch das Schleppangeln an, wofür jedoch eine gebührenpflichtige Sondergenehmigung notwendig ist. Schleppangeln mit maximal 2 Handangeln ist jeweils an einer Anbissstelle erlaubt, für eine Schleppangelkarte für alle Großseen werden ca. 30 Euro fällig. Niemals aus den Augen verlieren sollte man den Faktor Wind und Wetter auf der Müritz, der sehr windanfällige See hält diesbzüglich mitunter unangenehme Überraschungen parat, lokale Gewitterzellen sind schon so manchem Angler gefährlich geworden.

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