Angeln am Bodensee

Angeln am mit gut 530 km² Fläche größten sowie mit gut 250 Meter auch tiefsten deutschen See ist gleich aus mehreren Gründen eine äußerst empfehlenswerte Aktivität für die Freunde von Rute, Schnur und Haken.

Die Felchen sind die ungekrönten Königinnen des Bodensees

Zunächst einmal weist der Bodensee einen sehr beachtlichen Artenreichtum an Fischen auf, gut 45 verschiedene Fischarten sind in dem großen Gewässer beheimatet. Die wichtigste Rolle für die regionalen Fischer und deren Jahresertrag von ca. 1,5 Millionen Kilogramm spielt hauptsächlich die berühmte Bodenseefelche (Coregonus wartmanni).

Bodensee angelnDer sehr wohlschmeckende Speisefisch, dessen Bestände im Bodensee jedoch seit den 1970er Jahren rückläufig sind, ist auch unter den Bezeichnungen Renke, Maräne oder Blaufelche bekannt, er stellt mit fast 60 Prozent die stärkste Art im See. Mit ca. 19 Prozent sind andere Felchenarten wie etwa Sandfelchen und Gangfische ebenfalls recht stark vertreten.

Gut 17 Prozent stellt der Flussbarsch (Perca fluviatilis), dessen Bestände seit den 1950er Jahren wegen der Planktonzunahme stetig ansteigen. Lediglich jeweils 3 bis 4 Prozent stellen Weißfisch- und sonstige Arten wie Aale (Anguilla anguilla), Äschen (Thymallus thymallus), Brachsen/Brassen (Abramis brama), Groppen (Cottus gobio), Hechte (Esox lucius), Karpfen (Cyprinus carpio), Kilche (Coregonus gutturosus), Quappen (Lota lota), Seeforellen (Salmo trutta lacustris), Seesaiblinge (Salvelinus alpinus), Schleien (Tinca tinca), Welse (Silurus glanis) und Zander (Sander lucioperca).

Das Wasser ist sauberer als früher, manche Fische sind jedoch deutlich kleiner

Angeln am BodenseeBei so viel Auswahl an potenziellen Fängen kann es natürlich auch nicht verwundern, dass es am insgesamt 273 Kilometer langen Ufer des Bodensees eine Vielzahl von Angelstellen gibt. Dabei hat die inzwischen wieder sehr gute Wasserqualität des Sees, die das Angeln auch in bzw. bei den größten regionalen Städten Konstanz, Friedrichshafen, Bregenz, Rorschach, Lindau, Überlingen, Arbon, Kreuzlingen, Meersburg und Radolfzell möglich macht, jedoch zu einer Nährstoffarmut und damit teilweise zu einem geringeren Wachstum der einzelnen Fische geführt. Die bestehenden Populationen sind allerdings in der Regel stabiler geworden, profitiert hat vom heute vergleichsweise sauberen Wasser vor allem die Seeforelle, deren Bestände größer sind als noch vor ca. 3 bis 4 Jahrzehnten.

Vom Wuchs her deutlich kleiner geworden sind hingegen meist die heutzutage nur noch 30 bis 40 cm langen Äschen, die Aussagen von älteren Anglern zufolge im Bodensee in den 1950er Jahren häufig sogar größer als 50 cm waren. Eine tendenziell vergleichbare „Schrumpfung“ gibt es bei Brachsen/Brassen zu beobachten, die inzwischen nur noch ca. 30 bis 50 cm lang werden und 5 Kilogramm auf die Waage bringen, während ihr Gewicht früher häufig bis zu 7 Kilogramm bei einer Länge von etwa 90 cm betrug. Barsche werden im Bodensee mittlerweile zwischen ca. 28 und 35 cm lang.

Angeln ohne Schein und Karte nur am Schweizer Ufer erlaubt

Angeln am Bodensee in Deutschland ist nur mit gültigem Fischereischein und einer Angelerlaubnis für den gesamten See oder einen einzelnen Seeabschnitt möglich. In Österreich muss man eine Angelerlaubnis (1 oder 3 Tage, 1 Woche oder 1 Monat) erwerben, in der Schweiz ist das Angeln vom Ufer aus überall ohne Scheine und Karten erlaubt.

Rund um die Häfen findet man an den Molen gute Angelstellen mit vielen Fischen

In Friedrichshafen werden besonders die Südmole sowie die Ausfahrt an der Turmmole am Fährhafen, der hintere Hafen, das Schlosseck, der Hüni-Kanal und der Steg am Gondelhafen immer wieder von Anglern als ertragsreiche Angelstellen speziell für Barsche, Zander und Karpfen genannt. In der näheren Umgebung der Stadt gelten die Angelstellen am Freibad in Eriskirch bzw. im Eriskircher Ried (Aale, Brachsen, Karpfen und Schleien), das Seeufer beim alten Campingplatz und die Hafenausfahrt in Fischbach als gutes Revier für Aale, Karpfen, Schleien, Döbel und Brachsen/Brassen.

Hafen von Bregenz am BodenseeIn Meersburg wird von guten Fängen am Fährhafen (Aale, Karpfen, Seeforellen und Barsche), neben der Trauerweide am Thermalbad (Barsche und Aale) und an der Uferpromenade (Barsche und Hechte) berichtet. An der letztgenannten Angelstelle ist es jedoch häufig wegen der flanierenden Touristen sehr voll. In Konstanz genießt die Mole am Fährhafen (Barsche, Hechte und Aale) einige Bekanntheit unter Anglern, ebenso die Hafenmole in Bregenz (Barsche, Hechte, Karpfen und Zander).

Ebenfalls in Österreich liegt Lochau, hier gilt die Leiblach-Mündung in den See als gute Angelstelle (Weißfische, Aale, Seeforellen, Welse und Hechte). Bei Kressbronn auf der deutschen Seite liegt der Jachthafen „Ultramarin“ in Gohren, in dessen Nachbarschaft sich diverse Angelstellen befinden (Hechte, Karpfen und Zander). Gleich nebenan liegt auch die Argenmündung in Langenargen (Aale, Döbel, Karpfen und Seeforellen) sowie die etwas kleinere und nicht ganz so bekannte Schussenmündung. Weitere schöne Angelstellen ohne spezifische Schwerpunkte bei den zu erwartenden Fischen sind die Immenstaader Dorniermole an der Lipbachmündung und die Hafenmole in Hagnau. In den letzten Jahren immer beliebter geworden bei Anglern aus nah und fern ist auch die Schweizer Halbinsel Höri am Untersee zwischen Radolfzell und Stein am Rhein.

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